HENRI VAN STRATEN

Holzschneider und Expressionist

1892

Geburt in Antwerpen

1905

Abendkurse Malerei, Architektur, Modellieren und Holzgravur an der Akademie für Schöne Künste in Antwerpen.

ab 1911

Kunststudium am der Nationalen Kunsthochschule in Antwerpen. Er lebt zusammen mit seinem Model Eugenie Liekens.

1914

Mobilisierung bei Kriegsausbruch und Fronteinsatz bei Lüttich. Flucht mit dem Regiment über Antwerpen in die Niederlande, nach kurzer Internierung in Middelburg Übersiedlung nach Amsterdam, wo er an der Akademie Malerei und Holzgravur studiert.

Einflüsse japanischer Druckkunst, des deutschen Expressionismus, Kubismus und Futurismus.

1919

Wohnhaft auf der Kalmthoutse Heide; stellt Bilder und Linolschnitte her. Rückkehr nach Antwerpen und Hochzeit mit Eugenie.

Hausillustrator bei der Avant-Garde-Zeitschrift Lumière; er entwirft auch Marionetten und Dekore für für Marionettenspiele dieser Gruppe. Er begegnet Frans Masereel. Buchillustrationen u.a. für den Skandalroman  La Garconne von Victor Margueritte.  Malt für kubistische Landschaften und expressionistische Akte. Gemeinsam mit seinen Kollegen-Holzgraveure Masereel, Jan und Jozef Cantré und Jouris Minne gehört er zu De Vijf , die diese Technik wieder populär machten.

In seinem eigenen Stil stellt er Szenen vom täglichen Leben in der Hafenstadt dar, den Rand der Gesellschaft, Ballett und Theater. Zieht nach Kalmthout um und führt ein freies Leben (Naturismus, antiautoritäre Erziehung).  Radierungen auf Zinkplatten. Beim Ausbruch des Kriege arbeitet er im Museum Plantijn-Moretus und für den Nationalen Dienst für Arbeitsbeschaffung und Arbeitslosigkeit. Stellt zum Broterwerb Propagandadrucke für die deutsche Besatzungsmacht her und arbeitet für kollaborierende Organisationen.