DER TURM VON BABEL

Ein internationales Grafikprojekt

Das internationale Projekt „Turm zu Babel“ entstand aus einer Initiative des finnischen Grafikstudios Ratamo anlässlich seines zehnjährigen Bestehens im Jahr 2022. Ausgehend von dem berühmten Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren teilten sie es in 342 Felder auf und luden Grafikkünstler aus aller Welt ein, jeweils einen Ausschnitt auf ihre eigene Weise neu zu interpretieren. Für Belgien haben acht Mitglieder der Foundation Veerle Rooms einen Beitrag geleistet: Hanna de Haan (NL), Sarah Daeleman, Henri Ardui, Hilde Van den Heuvel, Mieke Robroeks (NL), Nathan Gotlib, Lana Van Goethem und Veerle Rooms. Das zusammengefügte Gesamtwerk – ein beeindruckendes Kunstwerk von 245 x 335 cm – macht aus der biblischen Sprachverwirrung ein zeitgenössisches Symbol für weltweite Verbundenheit und kulturelle Vielfalt.  


DER INNERE WALD

Maite Cascón (°1991, Madrid) schafft Radierungen, die mit einer spielerischen Note die dunklen Schichten der menschlichen Psyche erforschen. Mit einem Augenzwinkern zu Jungs Archetypenlehre baut sie visuelle Genealogien auf – weitverzweigte Bäume, die sie mit Figuren aus Folklore, Mythologie und Populärkultur bevölkert. Auch Rituale und Aberglauben geraten unter Cascóns scharfen Blick. In einer separaten Serie untersucht sie ihre sich wandelnden Bedeutungen und psychologischen Dimensionen. Selbst die Figur der Jungfrau Maria, der Mutter Jesu, wird neu gestaltet – als Symbol und als Individuum –, was neue Wege aufzeigt, ihren Platz in der kollektiven Vorstellung zu verstehen.

DIE WELTBÜHNE

RDC

René De Coninck (1907 – 1978) versteht es, Alltägliches in eine fantastische, visionäre Welt zu verwandeln. In seinem Werk bewegt er sich in der Gesellschaft von Künstlern wie Giorgio de Chirico und Paul Delvaux, die jeweils auf ihre Weise den magischen Realismus auf subtile Weise mit dem Surrealismus verweben. Die von De Coninck dargestellten Szenen rufen ein Gefühl der Entfremdung hervor, als seien sie einem Traum entsprungen, der zugleich bedrückend und bezaubernd ist. Mit dieser Ausstellung bietet das Museum De Reede einen intimen und eindringlichen Einblick in das Werk dieses Antwerpener Meisters, in dem die Komplexität des menschlichen Daseins, das Animalische und die dunkle Schönheit seiner Visionen greifbar werden.

AUSSTELLUNG VOM 10. APRIL 2026 BIS 8. JUNI 2026